„Hast du schon den Wetterbericht fürs Wochenende gesehen?“ fragt ein Laufkollege an einem lauen Dienstagabend im Februar. „Nur Regen. Und davon richtig viel.“ Am Wochenende soll es in die Lüneburger Heide nach Müden gehen. 2,5 Tage, 4 Läufe, rund 80 km, übernachten im traumhaften Winkelhof. Tolle Aussichten, wenn es nur regnet und stürmt…

Der Gedanke hinter dem Laufcamp: Früh in der Saison diverse längere Läufe hintereinander setzen und so auf die kommenden Langdistanzen vorbereiten. Freitagabend 16 km, Samstag 12 und 21 km, Sonntag nochmal 30 km. „Es geht um den Umfang, nicht das Tempo.“ Ist nicht immer leicht, die Pace im Zaum zu halten, funktioniert aber immer besser, je fortgeschrittener die Laufkilometer werden. Die Heide zeigt sich dabei von ihrer schönsten Seite:

Lüneburger Heide - ein Lauf-Traum (c) R. Margerie
Lüneburger Heide – ein Lauf-Traum (c) R. Margerie

Sogar die Heidschnuckenherde kommt vorbei. Mehr Klischee kann man sich gar nicht wünschen:

Und auch noch Heidschnucken!  (c) R. Margerie
Und auch noch Heidschnucken! (c) R. Margerie

Und nicht nur die Heidschnucken, auch die Sonne kommt rum, während es zum ersten Mal in der fast zehnjährigen Geschichte des Laufcamps tagsüber gar nicht regnet und sogar die Sonne rauskommt.

Nach dem langen Ritt am Sonntag duftet es im Hofcafé des Winkelhofs nach Kaffee und Kuchen. Heute wird das Cafe wieder eröffnet und startet aus dem Winterschlaf. Was eine Freude, während die LäuferInnen entspannt um den Kamin sitzen. Fast jeder gehört zu einem Verein oder einer Laufgemeinschaft, organisiert wird das Camp aber privat. Gemeinsam laufen, nicht gegeneinander antreten. Das zieht bei allen vier Strecken auch LäuferInnen aus Müden an. Seit Jahren besteht die Freundschaft – man verabschiedet sich mit einem herzlichen „Bis nächstes Jahr.“

Wie kann man sinnvoller und schöner den ersten Pflock in den Trainingskalender rammen?